Review: „Gilmore Girls: A Year In The Life“ (Spoiler)

And they’re back… with lots of coffee of course!

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Ich hatte das folgende Review erst in Englisch geschrieben, weil es mir relativ viel Spaß macht, mich in einer anderen Sprache zu üben. Trotzdem ist es mitunter leichter, die richtigen Worte in Deutsch zu finden. Deshalb hab ich mich dazu entschlossen, das Review noch einmal zu überarbeiten. Mir ist klar geworden, dass man nach einer Woche teilweise anders über eine Serie denkt, als direkt am Tag danach. 

Ich habe mich wie viele andere natürlich sehr auf das „Gilmore Girls“-Revival gefreut: Nach neun Jahren Abwesenheit gab es endlich neue Folgen der Serie, die mich schon damals als Teenager fasziniert hat und an keinem gemütlichen TV-Nachmittag fehlen durften! Die neuen Episoden spielen alle jeweils in einer bestimmten Jahreszeit, los geht’s mit Winter, dann folgen (logischerweise) Frühling, Sommer und Herbst. Wir waren letzten Freitag kaum zu Hause angekommen, da hatte ich meinen Finger schon auf der Fernbedienung und startete Netflix- so schnell kann’s gehen!

Drehbuchautorin Amy Sherman-Palladino und der Cast haben mich nicht enttäuscht: Auch nach über neun Jahren macht es noch viel Spaß, dieses verrückte Mutter-Tochter-Gespann zu begleiten. Schon nach der ersten Szene fühlte ich mich zurück nach Stars Hollow versetzt – natürlich samt dem obligatorischen schwarzen Kaffee in der Hand! Die Charaktere sind alle ein wenig erwachsener geworden, viel verändert hat sich aber nicht: Lorelai ist immer noch ein Unikat, Rory spielt die aufstrebende Journalistin und Paris ist… nun ja, typisch Paris halt. Nicht zu vergessen natürlich Luke, der immer noch den besten Kaffee der Stadt serviert! Schnell war klar: „Gilmore Girls: Ein neues Jahr“ braucht unbedingt eine zweite Staffel! Abgesehen von dem fiesen Cliffhanger bin ich nämlich noch nicht bereit dazu, die Welt von Stars Hollow gänzlich hinter mir zu lassen.

Viele Menschen zeigten sich online verärgert über das Staffelende (Rorys Schwanger) und die vier berühmt-berüchtigten Worte, über die schon vorher so viel spekuliert wurde. Die Idee dahinter schien einfach: Amy Sherman-Palladino war in der siebten und damals letzten „Gilmore Girls“-Staffel nicht mehr als Drehbuchautorin dabei gewesen, weil sie und die Produktionsfirma sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten. Deshalb endete die Serie nicht so, wie sie sich das für ihre Charaktere gewünscht hatte. Auch die vier letzten Worte, die ihr immer im Kopf rumspukten, wurden somit nie ausgesprochen. 

Tatsächlich schlugen sie ein, wie eine Bombe. Zu Anfang fand ich sie sogar sehr passend: Logan ist Rorys Christopher. Natürlich bin ich gespannt, wie die 32-Jährige ihr Leben als alleinerziehende Mutter meistern wird – wenn sie das Baby denn behält. Trotzdem war ich etwas genervt von dieser Entwicklung: Muss die Tochter zwangsläufig dasselbe durchmachen wie ihre Mutter? Ja, Jess ist toll (das wissen wir glaube ich alle) und ja, er passt immer noch zu Rory. Aber dasselbe gilt doch auch für Logan? Er und Rory scheinen immer noch sehr verliebt, außerdem gefällt es mir gar nicht, wie er nach der Pfeife seiner Familie zu tanzen scheint. Wo sind Jethro Gibbs‘ Kopfnüsse („Navy CIS“), wenn man sie einmal braucht?! Wir werden sehen, ob wir auf unsere Fragen noch Antworten in Form einer Fortsetzung bekommen.

(#TeamLogan!)

In all der Aufregung gibt es aber auch traurige Nachrichten: Schauspieler Edward Herrmann, der in der Serie Rorys Großvater spielte, konnte in den neuen Folgen nicht mehr dabei sein. Der Darsteller war 2014 an einem Tumor verstorben. Die beste Entscheidung, die die Drehbuchautoren in dieser Situation treffen konnten? Richard Gilmore ebenfalls sterben zu lassen. Die neue Serie hat eine ganz besondere Dynamik dadurch bekommen, besonders was die Charakterentwicklung von Richards Frau Emily Gilmore angeht. Sie und ihr „Bullshit!“ waren mein absolutes Revival-Highlight!

Drei Dinge, die mir weniger gut gefallen haben:

  1. Das Musical. Ich weiß ja nicht, was sich die Autoren dabei gedacht haben?! Die Szene war viel zu lang und gähnend langweilig. Lorelais Entsetzen spiegelte sich auch auf meinem Gesicht wieder.
  2. Rorys Beziehungen: Paul. Können wir ihn bitte vergessen? Rory sollte doch eigentlich im Stande sein, mit jemandem Schluss zu machen, der ihr so unwichtig ist?! Mir ist absolut unklar, welcher Funktion Paul diente, zumal er 98% Prozent der Serie über nicht zu sehen war. Wenigstens Dean hat ein würdigen Abschluss erlebt – Dean, der in „Supernatural“ Sam heißt, wo sein Bruder Dean heißt, der nicht der Dean aus „Gilmore Girls“ ist. Auch so verwirrt ich?
  3. Lorelais Reise: Lorelai erlebte, was ich vielleicht am ehesten als Midlife-Crisis beschreiben würde. Alle schienen aus ihrem Leben was zu machen, weiterzukommen, Veränderungen zu erleben – außer Lorelai. Das ihre Figur ähnlich wie Rory mit ihrer eigenen Zukunft haderte, schien durchaus sinnvoll – das Leben ist schließlich kein Ponyhof. Die Camping-Tour (Folge 4) wirkte dagegen ziemlich fehl am Platze, mir war nicht einmal klar, warum Lorelai sie unbedingt machen wollte (zum Glück hat sie das letztlich auch erkannt). Die finale Hochzeit war zumindest ein kleines Trostpflaster.

Einige Zuschauer haben übrigens auch Rorys Reise kritisiert: Ich habe mich dagegen sehr in ihr wiedergesehen. Das sie mit 32 Jahren ziellos durch die Welt reist und nicht weiß, wie es für sie weitergeht, machte sie mir sympathisch – denn auch ich weiß momentan noch nicht, wie meine berufliche Zukunft aussehen wird.

Insgesamt hat mir das Revival gut gefallen. Die Serie hatte durchaus ihre Schwächen, aber genau das macht den Charme der Gilmore Girls aus: Sie sind unperfekt, chaotisch und manchmal sogar total verrückt – ein Muss eben!

Love,

Lynnychen.

Autor: Ann Lin

26, editor, with a #marvelobsession and a big love for coffee.

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