Achtsamkeit.

Vielleicht bin ich nicht die Einzige, die so denkt, aber überall scheint das Motto „bigger, better, faster“ zu herrschen.

Hole das Beste aus dir heraus. Lebe deine Träume. Arbeite viel. Lerne schnell. Sei besonders.

Irgendwann wollte ich nur noch perfekt sein, weil ich glaubte, dadurch das beste Potenzial aus mir herauszuholen – und für andere Menschen von Wert zu sein. Fehler zu machen, neues zu lernen und vielleicht sogar mal nicht gut in etwas zu sein, scheint dagegen wie ein Weltuntergang. Und ständig erlebe ich mich und auch andere Menschen mit dem Smartphone in der Hand. Ich verfolge die Ereignisse in der Welt, kommuniziere online, folge anderen Bloggern und werde schnell unzufrieden mit meinem eigenen Leben.

Wieso spielt dieses kleine technische Gerät eigentlich eine so prominente Rolle? Warum muss ich, sobald ich alleine in einem Café sitze und gemütlich meinen Latte Macchiato trinken will, sofort das Handy herausholen und mich damit beschäftigen? Warum fällt es mir so schwer, Achtsamkeit zu üben? Einfach die Umgebung wahrzunehmen, den eigenen Körper zu beobachten, den Geist ruhen zu lassen… Kann man hier zu Recht von einer „Handysucht“ reden? Der Begriff klingt hart, besonders wenn wir automatisch an andere Suchtmittel wie Drogen oder Alkohol denken. Trotzdem steckt vielleicht ein Fünkchen Wahrheit drin.

Ablenkung ist alles

Die Frage ist nicht, warum ich meine Hände und meinen Kopf ständig beschäftigen will, sondern eher, warum ich es nicht einfach nur mit mir selbst aushalten kann? Wenn ich das Smartphone weglege, verschiebt sich der Fokus und die Ablenkung fehlt. Plötzlich macht sich mein Körper bemerkbar.

Kopfschmerzen. Verspannungen. Zwicken im Bauch. Angst.

Es ist eine Herausforderung, die Aufmerksamkeit zu verschieben und sich selbst und die direkte Umgebung wahrzunehmen. Trotzdem – viele Menschen berichten mit der Zeit von positiven Erlebnissen. Mehr Achtsamkeit scheint also doch die Lebensqualität zu verbessern?

Leben. Atmen. Frei sein. Genießen. Wahrnehmen. Entspannen.

Ich möchte mehr solcher Momente, selbst wenn sie sich zu Anfang vielleicht nicht gut anfühlen. Ich werde das Handy nicht aus meinem Alltag verbannen. Wenn man in einer Redaktion arbeitet und gerne online kommuniziert, ist es heutzutage fast unmöglich, ohne Smartphone und Social Media zu leben. Trotzdem möchte ich mir mehr Augenblicke erarbeiten, in denen ich nur für mich sein und das Leben genießen kann. Denn wir haben schließlich nur dieses eine.

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Autor: Ann Lin

26, editor, with a #marvelobsession and a big love for coffee.

1 Kommentar zu „Achtsamkeit.“

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